Tagesberichte – von Meran zum Maloja Pass – 10.07.19 – 21.07.19

Tag 68: 21.07. 2019, Sonntag

Von Chiareggio nach Maloja. Strecke 17,2 km. Gehzeit 5.00 h. Aufstieg 1000 m. Abstieg 800 m. Morgens kurzer Schauer, sonst angenehm, Wolken mit Sonne.

Es ist 07.00 Uhr. Im hintersten Tal Valmalenco sitzen ein pensionierter Zahnarzt, ein promovierter Verkehrswissenschaftler im Ruhestand und ein Ex- Geschäftsführer an einem schmucklosen Holztisch in einer dunklen Ecke einer italienischen Bar.  Am Vorabend haben die drei einem Rockkonzert der „Flashovers“ gelauscht. Die performen ziemlich direkt vor der Unterkunft und das gar nicht mal so schlecht. Nicht nur deshalb haben wir nicht ganz so gut geschlafen. In der Unterkunft ist es nicht ganz sauber, muffiger Geruch, alles sehr provisorisch, alt und gebraucht. Der Bettwäsche trauen wir nicht und schlafen in den eigenen Schlafsäcken. Ein Frühstück gibt es hier in der Bar heute morgen sowieso nicht. Deswegen haben wir uns am Vorabend in einem Tante Emma Laden ein Stück Bergkäse und Speck gekauft, den wir nun mit trockenem Brot zum Frühstück verzehren. Wir essen vom Tisch, ohne Teller. Als Unterlage dient das Einkaufspapier. Natürlich gibt es auch kein Besteck. Wir nutzen zu dritt das scharfe Fahrtenmesser von Rudi. Ein Besteck wäre auch hinderlich, weil wir die Hände frei haben müssen, um die zahlreichen Fliegen zu verscheuchen, die auch Gefallen an unserem Käse finden. Einer von uns drei bemerkt, dass die Situation zur gleichen Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff günstiger sein könnte. Alle stimmen zu, keiner möchte aber wirklich tauschen. Ein Lichtblick sind die beiden Capucchini und der Americano, die der freundliche Wirt kredenzt. Die Einheimischen verwickeln uns auch in angeregte Gespräche. In einem Mischmasch von Italienisch mit ein paar Brocken deutsch haben wir eine nette Konversation. Die Italiener sind voll des Lobes für unser Vorhaben. Nach einem Regenschauer und so viel Lob starten wir in Chiareggio vor der Bar besonders motiviert um 08.00 Uhr. Dietmar ist bald von dannen. Unser Weg geht wieder mal kontinuierlich bergauf nahe an der Oro Alm (2010 m) vorbei, und weiter in das Tal hinein. Wir folgen teilweise historischen  Maultierpfaden bis zum Muretto Pass (2562 m). Hier wechseln wir wieder von Italien in die Schweiz. Den ganzen Vormittag haben wir den sich mächtig aufrichtenden 3678 Meter hohen Monte Disgrazia im Blick. In Verbindung mit dem Septimerpass war die heutige Route über den Passo da Muretto im Mittelalter die kürzeste Verbindung von Chur ins mittlere Veltlin und wurde in den schneefreien Monaten intensiv genutzt. Es war ein Saumweg durch eine gewaltige Kulisse. Im Valmalenco aus dem Veltlin von Sondrio heraus steht im Norden die Berninagruppe und im Westen der Monte Discrazia. Wir gelangen heute nach dem Murettopass taleinwärts  zum Vadrett del Forno. Etwas weiter oben steht die Fornohütte SAC. Alex erinnert sich an die Fahrt der Jungmannschaft Kaiserslautern Anfang der 70er unter Leitung von Klaus Jung auf die Forno Hütte. Aufstieg und Abfahrt mit Tourenski waren für uns Skianfänger die reinste Katastrophe. Damals gelang aber immerhin die Durchsteigung der klassischen Cima Rosso Nordwand. Unsere Wanderung heute führt aber durch den leichten Föhren- und Arvenwald zum Lago di Cavloc. Dort wartet schon Dietmar auf uns und wir machen in einer Hütte eine Pause. Von dort erreichen wir Maloja gegen 15.30 Uhr. Wenn man wie Alex seit über 50 Jahren in die Berge geht, gäbe es aus Erzählungen, eigenen Erlebnissen und der Bergliteratur immer viel zu berichten, natürlich auch zum Gebirgsstock, den wir gerade durchwandern. Hier könnte man die unvergleichliche Himmelsleiter des Biancogrates auf die Bernina erwähnen oder die Durchsteigung der Piz Rosegg Nordostwand von Alex mit Heinz Zembsch (dem späteren „Hausmeister“ der Watzmann Ostwand), den in den 70 er Jahren sehr wunderlichen Hüttenwirt der Tschiervahütte, der allmählich den Verstand verlor. Unvergessen bleibt der Todessturz des Heini Holzer beim Versuch, die Nordostwand des Rosegg mit Ski abzufahren. Eigene erlebnisreichen Skiabfahrten von der Diavolezza etc. bleiben in Erinnerung. Wenn man nur annähernd auf einzelne Begebenheiten eingehen wollte, würde das den Rahmen der Tagesberichte bei weitem sprengen. Einem breiten Kreis, auch  der Nichtalpinisten, ist der Film von 1929 über die „weisse Hölle vom Piz Palü“ bekannt. Mit Leni Riefenstahl und dem Fliegerass Udet in Hauptrollen. Uns zeigen sich die Berge Gott sei Dank heute ganz undramatisch von der freundlichen Seite. So könnte es bis Nizza bleiben.

Der Monte Disgrazia (3678 m) am Vormittag
Ziegenherde in der Schweiz

Tag 67: 20.07.2019, Samstag

Vom Refugio Ca Runcasch nach Chiareggio. Strecke 19,7 km. Gehzeit 5.15 h. Aufstieg 820 m. Abstieg 1380 m. Bewölkt, aber angenehm, ab Mittag sonnig.

Kaum gestärkt vom italienischen Frühstück starten wir um 8.15h. Da ist Dietmar schon längst unterwegs. Die Berge sind in Wolken gehüllt, es ist bewölkt, aber nicht kalt und es lässt sich gut gehen. Seit gestern findet ein 24-Stundenlauf über 90 km und 6000 Höhenmeter statt und die ersten Läufer kommen uns schon nach 15 Minuten entgegen. Es sollen so 300 Teilnehmer (und auch einige Teilnehmerinnen) sein. Nach 30 Minuten sind wir am Stausee am Campo Moro, wo jetzt am Wochenende auch einige Kletterer unterwegs sind. Für gut 1,5 Stunden gehen wir angenehm durch trockenen Wald, nur belästigt von kleinen Stechmücken, die sich sehr für unsere Kniekehlen interessieren. Dann gehen wir auf der Rennstrecke, wo uns die Athleten entgegen kommen. Manche ganz verbissen, in sehr unterschiedlicher Ausrüstung und Aufmachung und meist grüssen wir uns kurz (Salve, Ciao, Buon giorno, buon di). Gegen 11h keuchen wir steil so 500m den Berg hinauf, als Dietmar uns von hinten einholt. Er hat mal wieder einen etwas längeren Track genommen. Um 12h sind wir bei der Piz Palü Hütte, nachdem wir einen steilen Abstieg geschafft hatten (den gehen die Teilnehmer hinauf). Viele Ausflügler und wenige Wanderer. Wir essen Penne mit Ragu und trinken etwas und nach einem Espresso sind wir gestärkt für den Weg entlang des Hanges nach Chiareggio, wo wir um 15h bei Sonnenschein ankommen. Wir haben keine Reservierung. Alle 5 Hotels sind am Wochenende ausgebucht. Ein hilfsbereiter Kellner vermittelt uns ein Dreierzimmer über der Bar S. Anna, das wir aus Mangel an Alternativen nehmen. Wir duschen, trinken ein Bier und kaufen Brot, Käse, Speck und Obst für unser morgiges Frühstück ein. Den Kaffee wird es dann in der Bar geben.

Ein typisches Steinhaus in der Valmalenco, Südseite Bernina

Tag 66: 19.07.2019, Freitag

Von Poschiavo (Schweiz) zur Refugio Ca Runcasch, Nähe Lago Campo Moro. Strecke 14,8 km. Gehzeit 5.00 h. Aufstieg 1610 m. Abstieg 450 m. Gutes Wetter, ab mittags bewölkt.

Die heutige Etappe führt uns von der Schweiz zurück nach Italien. Das Puschlav-Tal unter dem Berninapass gehört zum Kanton Graubünden. Los geht es um 08.30 Uhr. Wir absolvieren am Vormittag gleich anstrengende 1500 Höhenmeter auf den Pass da Cancian, wo wir wieder auf italienisches Staatsgebiet wechseln. Zuvor passieren wir die Maiensäss Selva auf 1452 m. Vom Pass da Cancian geht es noch rund 150 Höhenmeter hoch zum Passo di Campagneda. Heute sind wir wieder auf einer Etappe der Via Alpina. Südlich des Passes liegt der Scalino- Gletscher, den kaum jemand kennt. Der Blick vom Pass auf den Piz Bernina, den einzigen Viertausender der Ostalpen und die gletscherumrandeten Gipfel des Argient, Zupo, Bellavista und Piz Palü bleibt uns wegen der Wolken verwehrt. Von der Nordseite ist das Panorama ohnehin schöner als von der Südseite. Eine botanische Rarität ist die schnittlauchähnliche Grasnelke. Sie wächst hier zuhauf auf dem Moränenschutt. Blüht aber derzeit nicht. Nach dem Pass geht es Richtung Tal. Weit unten sieht man schon die Alpe Campagneda. Darüber sieht man  den grandiosen Monte Disgrazia. Er misst 3678 Meter und steht abseits des Hauptkammes der Südlichen Bergeller Berge zwischen zwei Seitentälern des Veltlin, dem Val Malenco im Osten und dem Val Masino im Westen, vollständig auf italienischem Boden. Wir bekommen unterwegs den Tipp von zwei Schweizern auf der Refugio Runcasch zu übernachten. Das Essen sei gut und die Hütte leer. Gian Carlo erweist sich auch als sehr freundlich und kommunikativ. Alles super und perfekt. Wir kommen schon um 14.30 Uhr an der Hütte auf 2169 m an. Dietmar ist schon dort. Er ist so schnell, dass er uns morgens davonstürmt und uns dann im Laufe des Tages gleich nochmal überholt. Ja, Augen auf bei der Orientierung. Wir nennen ihn heute Dietmar Hase, weil Rudi und Alex Igel, obwohl sie langsamer gehen, schon manchmal wieder voraus waren, bevor er sie dann erneut einholt….

Blühende Wiese auf 2250m Höhe noch auf schweizer Seite
Alex am Passo di Campagneda auf 2636 m
Scalino-Gletscher am Pass Schweiz/Italien

Tag 65: 18.07.2019, Donnerstag

Vom Refugio Malghera nach Poschiavo (Schweiz). Strecke 15,6 km. Gehzeit 4.45 h. Aufstieg 560 m. Abstieg 1510 m. Sehr kalt am Morgen, bewölkt, sonnig und angenehm ab Mittag.

Am Vorabend hatte es noch ein kräftiges Gewitter mit schönem Regenbogen gegeben.  Die Wolken hingen tief und der Wind war kalt, als wir um 8.00h bei ca. 8 Grad starteten. Diesmal hatten wir die langen Hosen und mehr Bekleidung an als sonst. Das Frühstück  war sehr italienisch, also Weissbrot, Butter und Marmelade. Nicht unbedingt die richtige Grundlage für Weitwanderer. Vom Refugio gings gleich mal kräftig und stetig in die Höhe, vorbei u.a. an drei ganz eng nebeneinander stehenden schwarzen Eseln, die uns Drei konzentriert beobachteten. Der Weg war klar und gut erkennbar, trotz der sich absenkenden Wolken. Unser Weg bringt uns über den 2543 hohen Forcola di Sassilion ins schweizerische Puschlavtal. Nach gut 1,5 Stunden haben wir die knapp 600 Höhenmeter geschafft. Vorher am 2316m hohen Lago di Malghera vorbei, in dem erstaunlicherweise ca. 10cm lange Fische schwimmen. Auf schweizer Seite geht es mit einem kleineren Kieselfeld weiter, dann sind wir auf einer Hochalm, wo das Gras höher und die Wiese bunter ist als auf italienischer Seite. Später kommen wir auf eine lange Forststrasse. Es wird sonniger und wärmer und wir werden von freundlichen Schweizern u.a. nach unserem Weg gefragt. Die Wolken auf der gegenüber liegenden Talseite lösen sich auf. Wir gehen auf langen Wegen knieschonend abwärts. Um 11.45h machen wir eine Pause, ziehen uns für einen sonnigen Tag um, und betrachten fast ohne Worte von oben (ca. 1500m hoch) das Tal (liegt auf 1000m Höhe) und die Bergkette mit den Schneeresten. Wenn dann die rote Rhätische Bahn ganz langsam durch Tunnels und über Brücken sich am Tal windet, um in Richtung Bernina zu fahren, lag vor uns eine richtige
Spielzeugeisenbahnbilderbuchlandschaft (schön, dass im Deutschen solche Wortungetüme möglich sind). Wir genossen den Blick wirklich sehr. Es fiel uns etwas schwer, uns loszureissen und den immer noch langen Abstieg zu machen. Um 13.30h waren wir dann in Poschiano, wo wir dann erst mal ein Mittagessen zu uns nahmen.

Hinter uns das schweizer Puschlavtal
Das noch wolkenverhangene Puschlavtal
Was Buntes im Grauen

Tag 64: 17.07.2019, Mittwoch

Von Eita zur Refugio Malghera. Strecke 13,1 km. Gehzeit 6.30 h. Aufstieg 1070 m. Abstieg 810 m. Sonnig, einige Wolken, manchmal kühl, insgesamt aber angenehm.

Im Rifugio Eita hatten wir gestern Abend ein gutes Essen, ein paar Bierchen und zu Dritt zwei Liter Rotwein genossen. Ein paar Schnäpse mussten wir auf Drängen des Wirtes auch probieren. Wir hatten das Erreichen der Tausendkilometermarke zu feiern. Am Morgen bekommen wir von der fürsorglichen Dame unseres Privathauses nach dem Aufstehen einen original italienischen Kaffee, den dazu gehörigen Grappa lehnen wir aber ab, und als Wegzehrung eine Plastiktüte überreifer Aprikosen. Nach dem gestrigen Abend können wir den Kaffee gut brauchen. Dietmar aus Düsseldorf ist auch wieder dabei. Um 08.45 Uhr starten wir die Tour in Richtung des idyllischen Almweidegebietes Vermerola. Der Kopf ist noch etwas schwer, der Rotwein wohl noch nicht ganz verarbeitet. Zunächst geht es angenehm bis zum Lago Venere auf 2402 m. Steil geht es dann zum Passo di Vermolera (2732 m) hinauf. Der Steig ist teilweise heikel und fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. So gut 200 Höhenmeter wirklich steil hoch über Geröll, Stein- und Schneefelder ohne klar erkennbaren Weg in über 2500m Höhe ist richtig ätzend. Der Abstieg nach Süden ist einfacher. An der Selbstversorgerhütte Bivacco Pian del Lago machen wir eine kurze Pause, dort wartete Dietmar wohl schon fast seit 2 Stunden auf uns. Zum Schluss wandern wir auf ausgetretenen Wegen zur Rifugio Malghera (1964 m) im Val Grosina. Dort kommen wir um 14.45h Uhr an. Alex trinkt heute nur Saftschorle.

Dietmar und Rudi vor unserer Unterkunft in Eita, gestärkt durch einen Espresso

Tag 63: 16.07.2019, Dienstag

Vom Lago di Cancano nach Eita. Strecke 25,4 km. Gehzeit 5.30 h. Aufstieg 640 m. Abstieg 820 m. Zunächst kühl am Morgen, dann sonnig und angenehm bei ca. 18 Grad.

Kühl war es in der Höhe (1900m) und besonders im Schatten, als wir uns um 8.00h auf den langen Weg nach Eita machten. Die Wege waren breit und angenehm und die Beschilderung sehr gut. Von der einen Bergseite konnten wir unseren Pfad auf der gegenüberliegenden Seite gut erkennen. Unten im Tal und schön in der Sonne liegt Valdidentro, ein Stück weiter dann Bormio. Voraus sehen wir die Lawinenverbauungen der Straße zum Passo Foscagno. Wir geniessen im Süden den Blick auf die schneebedeckte Dreitausender. Darunter die beeindruckende und noch beachtlich vergletscherte Cima de Piazzi  mit 3439 m. Die kennt bei uns kaum jemand. Plötzlich taucht Dietmar auf. Ihn hatten wir schon längst 3-4km vor uns vermutet. Zu Dritt setzen wir unseren Weg fort. Dietmar geht vermutlich viel langsamer als normal und wir versuchen, dennoch mit ihm Schritt zu halten. Innerhalb der ersten drei Stunden auf dem breiten, leicht abschüssigen Weg schaffen wir fast 15 km. Am Ende des Tals geht es steil links und auf einem sehr langen Pfad fast 450m hoch auf den Sattel (2300m), wo es dann sehr steil und kniebelastend runter geht (an einem schönen kleinen Bergsee mit grünlichem Wasser vorbei) bis Eita (Ankunft um 14.30h), wo es neben der Kirche und dem Refugio daneben keinen Ortskern gibt. So 25-30 verstreut liegende Häuser sind in diesem Hochtal zu erkennen. Vor dem Sattel wurde das einsame Tal immer enger, keine Tiere, keine Menschen und keine Behausungen erkennbar. Links und rechts teilweise Schneefelder an den Abhängen, dazwischen Stein- und Geröllfelder an den steilen Abhängen. Erstmals haben wir nicht vorgebucht. Im Rifugio ist kein Platz mehr. Allerdings könnten wir Zimmer in einem Privathaus kriegen. Der Wirt fährt uns über den Bach und ca. 400m weiter auf die Hangseite, wo uns zwei ältere Damen sehr herzlich begrüssen (eine hat sogar in der Schule mal deutsch gelernt), und wir die Nacht verbringen können. Mit Holz wird das Wasser zum Duschen erhitzt. Dauert natürlich aber etwas. Sauber gehen wir dann, nachdem wir noch Aprikosen aus dem Garten (sehr süß und fruchtig) erhalten haben, rüber zum Refugio zum Bier (leider Heinecken). Wir geniessen die Sonne und den Blick auf die Berge. Dank Dietmar sind wir heute in 5,5 Stunden 25,4 km mit einigen Höhenmetern gegangen. Und weil wir nun über 1000 km seit Wien zurückgelegt haben, wollen wir diesen „Meilenstein“ auch etwas feiern. Der Wirt fährt uns – Gott sei Dank – heute Abend dann auch zu unserer Unterkunft zurück.

Gastfamilie in Eita
Cima de Piazzi (3439 m)

Tag 62: 15.07.2019, Montag

Vom Stilfser Joch zum Lago di Cancano. Strecke 18,8 km. Gehzeit 5.45 h. Aufstieg 440 m. Abstieg 1250 m. Zunächst kalt bei Null Grad und Neuschnee, dann bewölkt mit moderaten Temperaturen.

Wie vorhergesagt, hat es in der Nacht geschneit. Alles ist weiß angezuckert, die Sicht schlecht und es ist kalt. Null Grad, das verbindet man landläufig nicht mit Italien im Hitzemonat Juli. Wir ziehen alles an, was wir haben. Hardshell Jacke, Überhose und Handschuhe. Start ist um 08.15 Uhr. Schnell erreichen wir den etwas tiefer gelegenen Umbrailpass an der Schweizer Grenze. Wir bleiben aber auf der italienischen Seite im Veltlin.  Mit der Region wechselt auch die Sprache. Siamo adesso in Italia.  Der Ober gestern Abend am Stilfser Joch sprach und verstand kaum noch deutsch. Also haben wir versucht auf italienisch zu bestellen. Un litro vino rosso della casa, litro aqua Minerale natural und Rudi zum Essen eine Schweinshaxe. Das hat bei den Getränken ganz ordentlich geklappt. Die Haxe war aber leider medium, also noch nicht durchgegart. Als Ausgleich erhält er eine Extraportion Safrannudeln. Pasta können die Italiener halt besser als Haxe. Heute morgen tasten wir uns beim Beginn unseres Marsches langsam vor. Die Wege sind zwar gut zu gehen, dennoch befinden wir uns in hochalpinem Gelände ohne Unterstandsmöglichkeiten. Fast 8 Kilometer bewegen wir uns zwischen 2700 und 2500 Metern Seehöhe. Der Schnee taut schnell und wir gehen angenehm zur Bocchetta di Forcola auf 2760 m hoch. Dort sind noch ausgedehnte Befestigungsanlagen der Italiener sichtbar. Die hatten dort ab 1915 schwere Artillerie stationiert, die Ziele bis in 9 km Entfernung bekämpfen konnte. So konnten sie über das Stilfser Joch bis Trafoi schiessen. Heute profitieren wir von den damals angelegten Wegen und wandern nun angenehm in einem  schönen, einsamen Hochtal mit vielen Murmeltieren zur Malga Forcola auf 2314 m und dann zum Lago di Cancano auf 1900m. Der Adda, viertlängste Fluß Italiens, wird hier gestaut . Er fließt von hier weiter durch den Comersee und erreicht 10 km westlich von Cremona den Po. Am See kehren wir in die Rifugio Monte Scale zum Essen ein. Zu unserer großen Überraschung und Freude empfängt uns Dietmar, der weitere Nizzaaspirant, mit dem wir seit Thörl-Maglern in regelmäßigen Austausch stehen. Er hat extra einen Ruhetag eingelegt, um auf uns zu warten. Die nächsten Tage werden wir gemeinsam einige Etappen gehen. Vom Rifugio Monte Scale sind es noch 10 Minuten Gehzeit zu unserer Unterkunft, der Villa Valania, am Lago delle Scale. Wir kommen um 16.00 Uhr bei der Unterkunft an. Dietmar wird heute Abend zu uns kommen zum gemeinsamen Essen. Da gibt es viel zu erzählen und auch sicher etwas ordentliches zu trinken.

Der gezuckerte Start am Morgen
In fast vollständiger Schlechtwetterausrüstung
Stellungen auf der Forcola 2768m hoch

Tag 61: 14.07.2019, Sonntag

Von Stilfs (Dorf) zum Stilfser Joch. Strecke 15,2 km. Gehzeit 5.15 h. Aufstieg 1580 m. Abstieg 120 m. Sonnig mit 12 Grad bis Mittag, dann bedeckt mit kaltem Wind (bis 5 Grad).

Bei strahlend blauem Himmel und gestärkt von einem guten Frühstück starten wir um 8.30 h auf einer Höhe von 1300 m. Heute geht’s kontinuierlich in die Höhe bis auf über 2800 m. Ein kalter Wind lässt uns die ca. 12 Grad noch kühler empfinden, nur in der Sonne ist es angenehm. Wir sind gut 5 Stunden bis zum Stilfser Joch unterwegs und bewältigen pro Stunde je 300 Höhenmeter. Der Weg ist ausgezeichnet ausgeschildert und er lässt sich gut gehen. Anfangs durch Wald und über Wiesen, ab 1800m sind wir über der Waldgrenze. In einer Höhe von 2050m liegt die Prader Alm mit einem fantastichen Blick auf den Ortler (3905 m) mit seinen Trabanten. Ein Bilderbuchblick! Eine halbe Stunde später sind wir auf der Furkelhütte in einer Höhe von 2150m. Dort machen wir in der Sonne eine Trinkpause und geniessen den Blick auf die Ortlergruppe. Am Sonntag kommen viele Radler und Wanderer. Die Hütte füllt sich schnell. Wir brechen auf um 11.45h für die restlichen 8,4 km und 750 Höhenmeter. Bald bewölkt sich der Himmel und ohne Sonne wird es deutlich kälter. Wir kommen den Schneefeldern näher, der Wind frischt auf. Über der Baumgrenze, somit ohne Windschutz, gehen wir konstant am Hang entlang und nach einer guten Stunde sind wir schon in einer Höhe von 2600m. Man spürt nun die Höhe beim Gehen. Die Wege über Sand, Geröll, Steine, Erde sind aber gut zu gehen. Dann Queren wir noch vier Altschneefelder (z.T. ganz schön breit) und erreichen eine Höhe von 2820m. Die Sonne ist weg und es könnte aus dunklen Wolken auch Regen fallen. Wir gehen daher konsequent ohne Pause weiter und nach 2,5 Stunden sind wir oberhalb des Stilfser Jochs beim Rifugio Garbaldi, einer kleinen Alpenvereinshütte. Von dort sieht man unter uns die sich vielfach windende Strasse mit Autos, Radlern und vielen Motorradfahrern hoch zum Joch. Sehr eindrucksvoll. Die Baumeister haben hier eine Meisterleistung vollbracht. Am Stilfser Joch, der Strasse und den Hotels ist der Teufel los, ein Motorenkakophonie und ein Gebrülle (heute ist auch noch Sonntag), und wir suchen gleich unsere Unterkunft auf, wo wir um 14.45h ankommen. Es ist kalt und überall liegt noch viel Schnee. Auch die Unterkunft ist kalt. Wir verziehen uns in voller Montur bis zum Abendessen in die Betten. Das wars jetzt auch mit Südtirol, wo wir uns problemlos deutsch unterhalten konnten. Jetzt sind wir tatsächlich in Italien – und zwar in der Lombardei – angekommen und ab jetzt müssen wir unser italienisch einsetzen. Eine Herausforderung für alle Seiten.

Auf dem Weg zum Stilfser Joch und hinter uns der Ortler (gut 3900m hoch)
Der Ortler und seine Nachbarn
Das Refugio Garibaldi oberhalb des Stilfser Jochs

Tag 60: 13.07.2019, Samstag

Von Laas nach Stilfs. Strecke 16,7 km. Gehzeit 4.00 h. Aufstieg 910 m. Abstieg 490 m. Bedeckter Himmel, trocken, für Juli eher kühl.

Wir starten in Laas um 09.15 Uhr. Wir mussten zum Frühstück in den Ort und dies benötigte seine Zeit. Der Ort  ist bekannt für seine Marmorvorkommen. Der Abbau erfolgte vermutlich bereits in der Römerzeit, die systematische Gewinnung begann jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Einige der Moscheen, die Sieglinde und Alex im letzten November auf der arabischen Halbinsel besichtigt haben, waren mit dem weissen Marmor aus Laas ausgestattet. Im Ort sind einige Bürgersteige und ein Strassenabschnitt mit weißem Marmor gepflastert. Unser Weg heute  führt uns zunächst leicht ansteigend in den Ort Tschengels und dann absteigend nach Prad. An einem gammligen Gehöft wecken wir zwei schlafende Hunde. Die sind entsprechend übel gelaunt und führen sich dementsprechend auf. Spielen wollen die definitiv nicht. Rudi geht ein Schritt hinter Alex. Das Sprichwort sagt: „Den Letzten beissen die Hunde“, zumindest versuchen sie es. Rudi wehrt sich tapfer mit den Stöcken, Alex überlegt einen Augenblick, ob er das Szenario mit der Kamera festhalten soll, zur Bereicherung der Fotosammlung und zur Beweisaufnahme gegenüber der Polizei und dem Krankenhaus. Dafür müsste er aber anhalten und würde dadurch seine strategisch bessere Position gegenüber Rudi verlieren. Nach 50 m und mit viel Adrenalinausstoß kommt Rudi ohne Blessuren davon. Kurz nachdem sich die Situation bereinigt hat, wird unser Weg dann von beiden Seiten durch sich um 360 Grad drehende Wasserspeier eingenässt. Geduscht haben wir aber schon in der Unterkunft. Nach kurzer Lagebeurteilung warten wir bis sich der rechte Speier von uns wegdreht und der linke noch nicht da ist und spurten dann ein paar Meter bis wir ausser Reichweite des Wassers sind. Es wird Zeit, dass wir wieder über die Zweitausendmetermarke kommen. Dann müssen wir uns solchen Prüfungen nicht mehr stellen. In Prad machen wir eine ausgedehnte Pause in einem Kaffeehaus. Dann wandern wir angenehm und interessant auf einem luftigen Steig die restlich 400 Höhenmeter hinauf zu unserem Tagesziel Stilfs.  Dort kommen wir um 14.45 Uhr an. Das Gemeindegebiet umfasst das Suldental und das Trafoital, zwei Seitentäler des Vinschgaus. Dort befinden sich mit einer bemerkenswerten Dichte einige der höchsten Berge der Ostalpen, insbesondere der Ortler, mit 3905 m der höchste Gipfel Südtirols. In Sulden verbringt unsere Kanzlerin gern ihren Sommerurlaub. Stilfs ist der Geburtsort von Gustav Thöni, einem der besten Allroundskifahrer aller Zeiten. Ab morgen wird es wieder alpiner und wir werden dann auf über 2700 Meter aufsteigen.  Es ist Regen angesagt.

Blick auf Stilfser Tal und dem Dorf Stilfs (rechts oben)

Tag 59: 12.07.2019, Freitag

Von Goldrain nach Laas. Strecke 13,0 km. Gehzeit 3.00 h. Aufstieg 400 m. Abstieg 200 m. Bedeckter Himmel, nicht zu warm. Ideales Wanderwetter.

Wir hatten ein ausgezeichnetes Frühstück, von dem wir leider nach der Pizza und dem grossen Salat von gestern Abend trotz aller Anstrengungen nur so ein Viertel probieren konnten. Ab 8.45h führte unser Weg bei bewölktem Himmel und vielleicht 16 Grad talaufwärts überwiegend zwischen oder am Rand von Apfelplantagen. Das war angenehm und nach 45 Minuten hatten wir schon 4 km bewältigt. Oberhalb von Schlanders kamen wir in Göflan an zwei alten kleinen Kirchen mit Friedhof vorbei. Wir blieben dort gut 30 Minuten bei St. Walpurgis (Kirchen aus dem 13. Jahrhundert) und lasen die Inschriften der Gräber, wo für die Toten auch immer ein Bild auf dem Grabstein zu finden war. Auffällig war, dass erstaunlich viele bei Unfällen ums Leben gekommen waren und die Mehrzahl der Toten nicht älter als 65 Jahren alt wurden. Alle Gräber waren aber absolut gepflegt und mit frischen Blumen bepflanzt. Es ist ein schöner Ort mit einem guten Ausblick übers Tal. Weiter gings dann höher hinaus, um auf die Höhe des Schwemmkegels nördlich zu gelangen. Wir verpassten um wenige Meter unseren Weg und mussten nach ca. 400m in der Apfelplantage umkehren. Der Einstieg und dann auch der Weg auf dem „Suppenwaalweg“ war richtig schön und passte perfekt zum Begriff des „Alpenspazierganges“. Der Weg wurde dann enger, wir wechselten auf den Radweg entlang der Etsch und kamen gegen 13h in Laas an. Die Reste des alten Viaduktes, das das Wasser von einer Seite des Tales zur anderen Seite über die nicht niedrigen Häuser ehemals transportierte, sind sehr eindrucksvoll. Getrunken oder gegessen hatten wir nichts. So kehrten beim Cafe Moni ein. Gegen 14h kamen wir dann bei unserer Unterkunft an.

St. Walpurgis in Göflan
Reste des Aquäduktes in Laas

Tag 58: 11.07.2019, Donnerstag

Von Naturns nach Goldrain. Strecke 19,4 km. Gehzeit 4.45 h. Aufstieg 580 m. Abstieg 470 m. Bedeckter Himmel, nicht zu warm. Ideales Wanderwetter.

So eine Alpentraverse bedeutet mehr als nur Höhenmeter schrubben und Landschaft zu genießen. Gerne beobachten wir auch die Menschen, ihre Lebensweise und Kultur und genießen die regionale Küche. Dazu hatten wir gestern Abend ausreichend Gelegenheit. In Naturns war die Hauptstraße gesperrt und der ganze Ort, Einheimische wie Touristen, feierten das Lichterfest. Wir verbrachten einen herrlichen Sommerabend mit dem Genuss kulinarischer Spezialitäten aus dem Vinschgau, gutem Wein, frischem Bier und Livemusik. Eine willkommene Abwechslung zu den Steinwüsten des Hochgebirges und ein echter Zusatznutzen für unsere Unternehmung. Land und Leute, Körper, Geist und Seele waren im Einklang. Heute geht es in Naturns erst um 08.15 Uhr los. Es ist wieder das angesagt, was Rudi als wirklichen Alpenspaziergang versteht: gemütliches Gehen in schöner Natur. Die Morgenluft ist angenehm kühl. Wir steigen auf zur Burg Juval, dem Sommerwohnsitz von Reinhold Messner. Dann geht’s schattig auf Waalwegen weiter. Linker Hand schöne Blicke in das Etschtal, rechter Hand das muntere Plätschern des Wassers im Waal. Die Waale im Vinschgau sind ein uraltes, ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das sich in dieser Form nur noch hier findet. Es besteht seit die Menschen hier die Gegend urbar gemacht haben.  Gegen 13.00 Uhr sind wir schon in Latsch und machen ausgiebig Rast. Unter anderem stehen Schwarzwälder Kirschtorte und Erdbeerschnitte auf der Bestellliste. Um 14.45 Uhr kommen wir in Goldrain an. Das ist heute unsere zweite „Verbindungsetappe“ durch das untere Vinschgau, um etwas schneller die schon hinlänglich bekannte Region in Richtung Lombardei zu verlassen. Sowohl Rudi als auch Alex kennen die Region. Alex ist erst im letzten Oktober Teile des Meraner Höhenweges gegangen. Deshalb bleiben wir im Vinschgau in den mittleren und unteren Etagen und meiden die Höhen der Texelgruppe. Genau am Ende des Monats wollen wir schon in Airolo, am Südportal des Gotthards, sein. Da müssen wir nun etwas Gas geben, denn in den kommenden Tagen warten  wieder anspruchsvolle Etappen mit vielen Höhenmeter im Veltlin, Puschlav und Graubünden auf uns.

Burg Juval

Unser heutiger verborgener Einstieg zum Wanderweg

Tag 57: 10.07.2019, Mittwoch

Von Meran nach Naturns. Strecke 21 km. Gehzeit 4.45 h. Aufstieg 500 m. Abstieg 350 m. Sonniges Sommerwetter.

On the road again … und zwar ab 8.00 h. Die Pause hat uns gut getan. Gut drei Wochen werden wir bis Airolo in der Schweiz brauchen, bevor wir wieder eine Pause haben werden. Rudi hat neue Stöcke und wieder die Schuhe vom Start, bei Beiden war alles in der Wäsche und wir haben nun Biwaksack, Luftmatraze und Schlafsack (nur Rudi) dabei, die wir wohl in der Schweiz brauchen werden. Unser Rucksack ist also um 1 bzw. 1,5 kg schwerer. Von unserer Unterkunft gehts bei angenehmen Temperaturen runter nach Meran und vor dem Dom kommen wir auf den Kastanienweg, der uns unterhalb der Burg Tirol (die namensgebend für die ganze Region war) leicht am Hang und bequem überleitet auf den Algunder Waalweg. Dem folgen wir so 6 km. Ein gepflegter Weg, gesäumt von Blumen, Wein- und Apfelplantagen, daneben läuft das Wasser im Waal, über uns häufig Weinranken mit noch nicht reifen Trauben, die uns Schatten spenden, Vögel und Zikaden sind zu hören, viele Leute in guter Laune sind unterwegs und der Blick aufs Meraner Tal und die Berghänge sind schön und entspannend, da – endlich – wird Rudi klar, warum Alex unseren Blog „Alpenspaziergang“ genannt hat. Das ist es heute definitiv. Rudi musste 880 km gehen, um dies zu verstehen. Auf einer Bank machen wir eine längere Trinkpause. Am Eingang zum Vinschgauer Tal mit der tosenden Etsch müssen wir auf den Radweg wechseln, zuerst an der Etsch entlang und dann durch Apfelplantagen. Immer wieder erwischen, erfrischen und kühlen uns die Wasserspeier/Sprinkler in den Apfel-/Weinplantagen. Doch wird es deutlich wärmer bzw. heiss. An der Nordseite des Tales auf einem etwas erhöhten Weg wollen wir eine Jausenstation beim Fallrohrhof für unsere Mittagspause nutzen, aber leider hat sie heute Ruhetag. So gehen wir ohne Essen durch bis Naturns, wo wir um 14 h ankommen und erst mal eine Gaststätte wegen der Getränke und etwas Essen aufsuchen. Es war heute eine schöne Etappe zum Einstieg nach den Pausentagen. Am heutigen Mittwoch im Juli wird Naturns wieder zur Bühne für ein Straßenfest der speziellen Art. Am heutigen Abend ab 18.00 Uhr wird die verkehrsfreie Hauptstraße zum Schauplatz für verschiedenste kulinarische Köstlichkeiten, Südtiroler Spezialitäten und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Das werden wir beide uns nicht entgehen lassen.

Algunder Waalweg – auch so kann ein Wanderweg starten
Strassenfest in Naturns

Pause … vom 06.07.19 (Samstag, Tag 53) bis zum 09.07.19 (Dienstag, Tag 56)

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